Salt Lake City - 28.8.2023
- p
- 29. Aug. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Heute Morgen nehmen wir es gemütlich. Tagwache ist erst gegen 9 Uhr. Danach starten wir relaxt in den Tag. Erst gibt’s einmal einen Kaffee, dann einen Video-Anruf zuhause und dann wird das obligate Müsli gefrühstückt. So gegen 11 Uhr haben wir uns mit Sonnencreme beschmiert, den Sonnenhut gerade gerückt (am Himmel ist kein Wölkchen zu sehen und wir rechnen mit 34 Grad heute) die Fotoutensilien gepackt und los geht es. Nach all der tollen Natur freue ich mich sehr, wieder in einer Stadt unterwegs zu sein.
Erste Anlaufstelle ist das Kapitol um die Ecke. Wir haben damit gerechnet, dass es eine Sicherheitskontrolle geben wird. Ralph hat sogar extra die Taschenmesser aus dem Rucksack genommen, weil diese in Boston beim Kapitol einmal fast zum Verhängnis geworden sind. Das sieht man hier entspannter, es stehen zwar ein paar Sicherheitsleute herum, aber mit Kontrolle ist nix. Das Kapitol ist fast menschenleer und so können wir nach Lust und Laune Fotos schießen.
Danach geht es zu Fuß in Richtung Downtown. Nächste Station ist eine katholische Kirche. Da der Tempel der Mormonen wegen Renovation geschlossen ist, besuchen wir diese Kirche. Ich persönlich glaube ohnehin, dass es „dort oben“ nur einen Chef gibt und nicht für jede Religion einen oder mehrere. Die Kathedrale ähnelt zwar den europäischen, alten Kirchen irgendwie und ist doch anders. Und wegen der Hitze da draußen ist sie sogar gekühlt. Nach einem kurzen Halt geht’s weiter in die Innenstadt.
Salt Lake City ist zwar eine große Stadt, Downton ist aber letztendlich doch einigermaßen überschaubar. In einem Reiseführer hatten wir gelesen, dass man auf dem hohen Bürogebäude der Mormonen die Dachterrasse besuchen kann und von dort einen tollen Ausblick über die Stadt geniesst. Zwei freundliche Damen im Gebäude haben uns dann aber darauf hingewiesen, dass diese Dachterrasse seit COVID geschlossen ist. Immerhin waren sie hoch erfreut, dass wir aus der Schweiz sind.
Nach einer Stärkung mit einem Salat im Food Court eines Einkaufszentrums (natürlich alles eingepackt in Plastik, nicht mal ein Tablett gabs, die Salate wurden uns für die paar Meter zum Tisch in einen Plastiksack eingepackt), ging es mit dem Tram weiter in Richtung der Bibliothek. Wir haben nämlich herausgefunden, dass man in der Innenstadt gratis mit dem öV fahren kann. (Gute Freunde, die uns Salt Lake City empfohlen haben, hatten uns das verschwiegen. 😉).
Die Bibliothek ist in einem höchst modernen, offenen und hellen Gebäude untergebracht. Unterwegs stolpern wir sozusagen noch über die City Hall (das Rathaus) von Salt Lake City. Wir sind leicht überrascht, dass wir da einfach hinein dürfen und Fotos schiessen können. Als Rathüsler interessieren mich natürlich andere Stadtverwaltungen. Den Personaldienst finde ich leider nicht. Ich wäre fähig, dort mal nachzufragen, mit welchen Problemen sie sich dort herumschlagen.
Leider ist auch in der Bibliothek die Dachterrasse wegen Umbauarbeiten geschlossen. Auf jeder Etage hat es aber mehrere helle Leseecken, teilweise mit sehr bequem aussehenden Sesseln und Kamin. Wir stellen uns vor, wie man hier im Winter, während draußen der Schneesturm tobt, gemütlich an einem Feuer (gasbetrieben) sitzend bequem ein Buch lesen kann. Vor allem hat es in dieser Bibliothek, im Gegensatz zu unserer Stadtbibliothek in Wil, einmal genügend englische Bücher.
In Salt Lake City gibt es verschiedenste Gemälde an Hausfassaden. So durchkreuzen wir die Stadt auf der Suche nach solchen Wandgemälden, die uns Google Maps vorgeschlagen hat.
Am Schluss landen wir wieder bei den Mormonen beziehungsweise bei einer Einrichtung, in der man nach der Familiengeschichte fahnden kann. Leider schliessen die Büros in 20 Minuten und so bleibt nur Zeit, dass uns ein älterer Herr zeigt, wie man auf der Homepage suchen und vor allem aber auch selber einen Stammbaum anlegen kann. Der ältere Herr war höchst hilfsbereit und sympathisch und ich werde mich zuhause mal ein wenig da durchklicken. Wil fand das System schon mal nicht, daher gehe ich nicht davon aus, dass die Mormonen von mir eine Fiche angelegt haben.
Die auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu findenden Gebäude für Zusammenkünfte, Konzerte etc der Mormonen, der Salt-Lake-Tabernakel und die Assembly Hall, finde ich so leer weniger attraktiv und eher nüchtern und bieder. Vermutlich wirken sie mit Menschen und Musik darin und mit der Beleuchtungsanlage in Betrieb bedeutend eindrucksvoller.
Zum Nachtessen geht es dann wieder mal in die Cheesecake Factory, allerdings ohne Cheesecake. Wir haben noch Süsses (und Bier) in unserem AirBnb. Zurück dahin marschieren wir zu Fuß. Zwar würde eine Buslinie fast genau der Strecke entlang fahren, aber die meisten öV-Linien fahren in einem 30 Minuten Takt, ein paar wenige in einem 15 Minuten Takt, und das tagsüber an einem Werktag. Da ist sogar Wil in Sachen öV besser erschlossen.






















Kommentare